Menü Schließen

Pferdebücherei in Java (Indonesien)

Der Inselstaat Indonesien ist der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt. Das Leben der meisten Menschen ist einfach, über 27 Prozent leben in Armut. Für alle Kinder herrscht Schulpflicht, dadurch konnte die Analphabetenquote in den letzten Jahrzehnten auf fünf Prozent gesenkt werden. Lesen gehört zu den Pflichten der Schüler, aber nicht alle können sich ein Buch leisten.

Auf das Projekt „Pferdebücherei in Java“ sind wir durch Zufall aufmerksam geworden: Im Dezember 2015 zeigte die ARD in der Sendung Weltspiegel einen Bericht über Ridwan und seine Kudapustaka – eine „Pferdebücherei“ in Indonesien. In seiner Freizeit sattelt Ridwan das Pferd Luna mit einer speziellen Holzkonstruktion, die als offene Satteltasche dient. So kann das Pferd viele Bücher transportieren und zu den Menschen – vor allem den Kindern auf dem Land – bringen. Am Ende des Weltspiegel-Berichts verrät Ridwan seinen größten Wunsch: ein eigenes Pferd. Denn Luna ist nur ausgeliehen.

Mit Hilfe der Redaktion des Weltspiegels haben wir Anfang 2016 Kontakt zu Ridwan aufgenommen und gemeinsam überlegt, wie wir ihm diesen Wunsch erfüllen können. Im Februar erhält Ridwan die erste Nachricht der Stiftung. Ein reger Austausch per E-Mail beginnt, unterbrochen von kurzen Übersetzungspausen. Bereits Mitte Februar ist das passende Pferd gefunden und die Verhandlungen beginnen. Als sich alle Parteien einig sind, wird nicht nur ein einfacher Vertrag geschlossen, sondern ein beglaubigtes Angebot aufgesetzt.

Nachdem der Kaufpreis überwiesen wurde, ist es am 16. März dann soweit: Die vier Jahre alte Stute ist Ridwans Eigentum und darf nun viele Menschen mit Büchern glücklich machen. Als Dankeschön tauft Ridwan sie auf den Namen „Germanis“. Und der Weltspiegel berichtet erneut in einem kurzen Beitrag.

Im September 2016 finanzierten wir mit Spenden dann noch die Anschaffung neuer Bücher für die Pferdebücherei.

Wie die vielen Dankesmails und Fotos von Ridwan zeigen, finden die Kinder auf dem Land über Germanis den Zugang zu den Büchern. Lange Schlangen von Kindern stehen vor der Pferdebücherei und warten darauf, Bücher auszuleihen – und Germanis zu streicheln.

2018 und 2019 erreichten uns dann Nachrichten, dass Germanis Nachwuchs bekommen hat. Der Fortbestand der Pferdebücherei ist also gesichert.

Kudapustaka ist ein tolles Projekt, bei dem wir mit überschaubarem Aufwand viel bewegen konnten. Es lohnt sich, die beiden kurzen Berichte im Weltspiegel anzuschauen.