In Quito unterstützt unsere Stiftung zwei Einrichtungen der Stiftung „Fundación Tierra Nueva“: das Krankenhaus „Padre Carollo – Un Canto a la Vida“ („Ein Lied auf das Leben“) und das „Centro de desarollo integral“, genannt CDI, eine Tageseinrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche.

Das Krankenhaus Padre Carollo bietet neben der normalen medizinischen Versorgung moderne, qualitativ hochwertige Behandlungen durch spezialisierte Ärzte in verschiedensten Bereichen an. Das Besondere: Hilfsbedürftige werden für einen Bruchteil dessen, was man in anderen Krankenhäusern zahlen müsste, behandelt. Für die Ärmsten können sogar kostenlose Behandlungen angeboten werden.

Das CDI ist eine außerhalb Quitos gelegene Tageseinrichtung für bis zu 70 geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche, die ebenfalls aus armen Familien stammen und deren Familien mit der alleinigen Betreuung größtenteils völlig überfordert wären.

Die Kinder und Jugendlichen werden in kleinen Gruppen von sehr gut ausgebildetem liebevollem Fachpersonal betreut und sowohl motorisch als auch geistig gefördert. Das Motto des CDI „Un camino de dignidad“ („Ein Weg in Würde“) wird u.a. durch Sprach-, Physio-, Schwimm- und Reittherapie umgesetzt und gelebt. Gemeinsam hergestellte Backwaren oder Bastelarbeiten werden verkauft, um dadurch selbstständig Einnahmen zu erzielen. Ergänzt wird dies durch regelmäßige Elternabende und Supervisionen für die Mitarbeiter.

Der Kontakt nach Quito kam vor über 20 Jahren zwischen Hartmut Brösamle und Schwester Sigmunda zustande. Schwester Sigmunda, eine Ordensschwester der Dominikanerinnen, hat ihr Leben und Wirken den Ärmsten und Schwächsten der Gesellschaft gewidmet. Nachdem sie selbst das Waisenhaus Hogar Santa Lucia in Quito gegründet hatte, baute sie zusammen mit ihrem Freund und Weggefährten Pater Carollo aus Italien das CDI auf. Pater Carollo hatte mit der Errichtung einer kleinen Klinik den Grundstein für die Fundación Tierra Nueva gelegt.

Entsprechend dem letzten Willen von Schwester Sigmunda, die im September 2016 verstorben ist, unterstützt die Stiftung weiterhin das Krankenhaus Padre Carollo und das CDI, wobei der größere Teil der Spenden für die Bezahlung der so wertvollen Fachkräfte des CDI verwendet wird. Außerdem kommt ein Teil der Spenden dem Hospital Padre Carollo zugute, um weiterhin kostenlose Behandlungen für die Ärmsten anbieten zu können.

Unsere Mitstreiterin Claudia Steidle war im Rahmen eines privaten Urlaubs Ende 2016 einige Tage vor Ort, besuchte u.a. das Krankenhaus und das CDI und lernte die hauptverantwortlichen Personen vor Ort, wie Schwester Marcela Cruz, die aktuelle Leiterin der Fundación Tierra Nueva, kennen. Sie konnte sich hierbei vom sinnvollen und verantwortungsvollen Einsatz unserer Spendengelder überzeugen und hat unsere Entscheidung bekräftigt, das Werk von Schwester Sigmunda auch weiterhin zu unterstützen.

Niger befindet sich in Westafrika und ist die Heimat von 22,7 Mio. Nigrerinnen und Nigrern. Es zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und nimmt im internationalen Vergleich bezüglich des Index‘ zur menschlichen Entwicklung den letzten Platz ein. Existenzbedrohend für den größten Teil der nigrischen Bevölkerung sind regelmäßig wiederkehrende Dürren und Hungersnöte. So ist rund ein Drittel der Kinder bis 5 Jahre unterernährt. Die hohe Fertilitätsrate und das damit einhergehende Bevölkerungswachstum verschärfen die Hungersnöte.

Der gemeinnützige Verein africa action/Deutschland e. V. unterstützt im Niger am Standort Tibiri – ganz im Südwesten des Landes an der Grenze zu Nigeria – das Vorhaben eine Bäckerei zu bauen und zu betreiben. Ziel des Projektes ist die Bekämpfung der Unterernährung vor Ort und die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen in der Region. Das gebackene Brot soll an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden, aber auch in abgelegenen Dörfern in und um die Stadt verteilt werden und so zu einer gesunden Ernährung der Landbevölkerung beitragen.

Auch die Unterstützung des Baus einer Bäckerei in Tibiri im Niger geht auf einen privaten Kontakt aus dem Team der Stiftung zurück – Melanie Konrad, die mit einem der aktiven Mitarbeiter von africa action befreundet ist. Vor Ort geleitet wird das Projekt von Schwester Marie-Catherine. Sie gründete eine inklusive Grund-­ und Sekundarschule in Tibiri sowie ein Ernährungs­zentrum und widmet seitdem ihr Leben der Bevölkerung eines der ärmsten Länder der Welt. Im gesamten Projektvorhaben sind neben der Bäckerei weitere Einrichtungen, wie z. B. eine Grundschule, ein Kindergarten, ein Waisenhaus und ein Medikamentenlager, geplant.

Aktuell läuft der Bau der Bäckerei, Anfang 2021 wurde der Rohbau bereits fertiggestellt.

Erfolgreich abgeschlossen

Bis heute ist die Menstruation in vielen Ländern, auch in Nepal, ein Tabuthema. Viele Mädchen und junge Frauen nehmen während der Menstruationszeit nicht am alltäglichen Leben teil und besuchen insbesondere keine Schule. Durch die Verwendung von ungeeigneten Materialen wie z.B. alter Kleidung als Bindenersatz entstehen zudem Infektionen.

Die kleine nepalesische Organisation Bajra Samaj Nepal (BSN) hatte sich zum Ziel gesetzt, in der Gemeinde Ramechhap, im Rahmen eines Selbsthilfeprojekts Mädchen und Frauen über die Menstruationshygiene aufzuklären und den Gebrauch von Damenbinden zu zeigen. Ziel des Projektes war es, den Wissensstand über die Menstruationshygiene deutlich zu verbessern.

Das Projekt wurde in dreizehn weiterführenden Schulen der Gemeinde Ramechhap durchgeführt und erreichte damit insgesamt 1.137 Schülerinnen. Der ursprünglich geplante Verkauf von vergünstigten Binden an die Schülerinnen war erfreulicherweise nur noch in geringem Umfang notwendig, da zwischenzeitlich auch die nepalesische Regierung die Problematik erkannt hat und den Schülerinnen kostenlose Damenbinden zur Verfügung stellt. Parallel wurden in der gleichen Region auch erwachsene Frauen bei den monatlichen Dorfzusammenkünften geschult – hier wurden insgesamt 850 Frauen erreicht und 90 Sets von ökologischen Mehrwegbinden verkauft.

Das Projekt war ursprünglich auf ein Jahr begrenzt (Juni 2019 bis Mai 2020), konnte aufgrund der Corona-Pandemie aber erst Ende 2020 abgeschlossen werden.


Barja Samaj Nepal (BSN) ist eine nicht-staatliche, gemeinnützige und nicht-politische Organisation, die im District Administration Office (DAO) des Distrikts Ramechhap in Nepal gegründet und registriert ist. BSN wurde von lokalen Jugendlichen, Lehrern, Frauen, Farmern und anderen Mitgliedern vor Ort gegründet. Im Vordergrund stehen Themen wie Bildung, soziale Mobilisierung, Frauenheilkunde, Förderung von Frauen und Unternehmertum mit einem ganzheitlichen Ansatz der Gemeinschaftsentwicklung. BSN entwickelt und implementiert verschiedene Programme und Projekte, um den bildungspolitischen und wirtschaftlichen Status und damit die Lebensqualität zu erhöhen.

Im Rahmen unseres nepalesischen Waisenhausprojekts entstand 2017 der Kontakt zwischen der Stiftung und Angel Chitrakar. Im Herbst 2018 lernten sich Hartmut Brösamle und Angel Chitrakar in Nepal persönlich kennen und konnten den Kontakt vertiefen. Angel unterstützt BSN als Mentor, Projektentwickler und sammelt Spenden für die Arbeit der Organisation. Er ist Master of Development Management und Master of Rural Development, d. h. schon seine akademische Ausbildung hat er auf den Schwerpunkt Entwicklungshilfe ausgerichtet. Durch Angel wurden wir auf den dringenden Handlungsbedarf aufmerksam gemacht. Er hat das Projekt eng begleitet und dafür Sorge getragen, dass die Spendengelder im Sinne der Stiftung eingesetzt wurden.

Bei Interesse kann der Abschlussbericht des Projektes (auf Englisch) gerne per E-Mail angefordert werden.

Dieses Projekt haben wir im Jahr 2017 mit einem einmaligen Betrag auf Bitten der Hilfsorganisation medico international e.V. unterstützt.

Zu diesem Zeitpunkt waren in Syrien mehr als vier Millionen Menschen auf der Flucht, die meisten innerhalb Syriens. So auch in Erbin bei Damaskus. Sie waren der Gefahr von Bombardierungen ausgesetzt, hatten keine bzw. nur eine eingeschränkte Wasser- und Elektrizitätsversorgung und konnten sich aufgrund von Preissteigerungen oft weder Nahrungsmittel noch Heizöl leisten.

Um den Kindern in Erbin trotz dieser Situation einen Alltag und eine Zukunft zu ermöglichen, setzte sich das Basiskomitee von Erbin seit 2013 für einen kontinuierlichen Schulunterricht ein, mit Unterstützung der Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international e.V. Der Unterricht fand in Kellerräumen ohne Fenster unter der Erde statt, damit die Schülerinnen und Schüler vor den anhaltenden Luftangriffen geschützt waren und nicht von Splittern verletzt wurden. Neben der Sicherstellung der Bildung und der Aufrechterhaltung eines Alltags für die Kinder hatte sich das Komitee zum Ziel gesetzt, den konservativ-islamischen Gruppierungen im Bildungssektor etwas entgegenzusetzen und liberale Werte in den Unterricht einzubringen.

Genau wie die Kinder in Deutschland benötigten die syrischen Schülerinnen zum Schulbeginn Hefte, Stifte und Lehrbücher und ihre Räume mussten beheizt werden. Die engagierten Lehrerinnen und Lehrer erhielten mit umgerechnet rund 550 Euro für ein Schuljahr eine kleine Aufwandsentschädigung für ihr Engagement. Die Stiftung hat spontan diese Aufwandsentschädigung für vier Lehrkräfte einer Keller-Grundschule übernommen. Auf Grund der Lage vor Ort konnte das Projekt leider nicht weitergeführt werden.

In Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, leben über eine Million Menschen. Beim schweren Erdbeben 2015 gab es zahlreiche Tote, zehntausende Menschen wurden obdachlos. Die Bevölkerung leidet bis heute unter den Folgen der Katastrophe, der Wiederaufbau geht nur langsam voran. Viele Kinder leben auf der Straße, sie haben kein Zuhause und niemanden, der sich um sie kümmert.

Im Herbst 2016 war Hartmut Brösamle mit seinen beiden Söhnen zum Trecking in Nepal. Dabei haben sie auch ein Waisenhaus in der Nähe von Kathmandu besucht. Geleitet wurde das Waisenhaus schon in zweiter Generation von einer lokalen Familie, die mit ihren eigenen zwei Kindern im Waisenhaus lebte. Da der Besuch angekündigt war, wurden die drei mit viel Freude und mit Tanzaufführungen begrüßt. Im Waisenhaus lebten über 60 Waisen und wurden dort unabhängig von Herkunft und Religion liebevoll betreut. Viele haben in der Zeit zuvor nicht nur Hunger und Einsamkeit, sondern auch körperliche Misshandlungen erlebt. Doch trotz dieser Vergangenheit und dem Leben in einfachsten Verhältnissen wirkten die Kinder fröhlich und unbeschwert. Das Waisenhaus erhielt keine staatliche Unterstützung und war auf wenige kleinere Spender angewiesen. Wir hatten deshalb entschieden, dass wir ab sofort dafür Sorge tragen, dass wenigstens das Grundnahrungsmittel Reis ausreichend zur Verfügung steht, um alle Kinder zu versorgen. Die Stiftung hat deshalb die Kosten für etwa 1.000 kg Reis pro Monat übernommen.

Im August 2018 hat Dr. Hartmut Brösamle im Rahmen eines mehrmonatigen Aufenthalts in Nepal das Waisenhaus erneut besucht. Es ist uns allen wichtig, dass wir selbst oder Personen unseres Vertrauens regelmäßig überprüfen, ob die unterstützten Projekte die Spendengelder auch entsprechend dem Stiftungszweck einsetzen.

Beim Besuch des Waisenhauses konnte er sich davon überzeugen, dass es den Kindern gut geht. Sie waren fröhlich, gut genährt und hatten für nepalesische Verhältnisse ordentliche Kleidung – viele davon aus der Kleiderspende der Stiftung. Alle Kinder besuchten die Schule, einige größere studierten bereits. Insgesamt konnte er einen sehr positiven Eindruck mitnehmen.

Andererseits gab es sowohl beim Treffen im Waisenhaus als auch bei weiteren Treffen mit dem Leiter des Waisenhauses während seines Aufenthalts in Nepal Hinweise, dass der Leiter des Waisenhauses Hilfsgelder für Ausgaben nicht richtig verbuchte und versuchte, Ausgaben doppelt bei verschiedenen Hilfsorganisationen abzurechnen. Und auch wenn es keine Anzeichen dafür gab, dass Hilfsgelder nicht satzungsgemäß verwendet wurden, war nach diesen Vorkommnissen eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich, zumal der Leiter des Waisenhauses die offensichtlichen Unrichtigkeiten abstritt und sich in weitere Widersprüche verwickelte.

Nach mehrmonatigen Diskussionen mit den anderen Hilfsorganisationen, die das Waisenhaus unterstützten, war klar, dass eine weitere finanzielle Unterstützung nicht zu verantworten war. Letztendlich wurden die Kinder aus dem Waisenhaus auf andere Waisenhäuser aufgeteilt und das Waisenhaus aufgelöst. Da sich der Leiter des Waisenhauses auch den Zugriff auf die Immobilie gesichert hatte, war eine Weiterführung des Waisenhauses unter neuer Leitung nicht möglich.

Wir sind überzeugt, dass wir in den Jahren der Unterstützung trotzdem viel Gutes bewirken und den Waisen vor Ort helfen konnten. Trotzdem ist das Ende des Projektes für uns frustrierend. Es zeigt aber umso mehr, wie wichtig es ist, die Verwendung der Fördergelder genau zu überwachen.

Alle zwei Jahre schreibt die Stiftung den mit 2.000 € dotierten Sozial- und Umweltpreis aus.

Gesucht werden Projektideen, die einen sozialen oder ökologischen Ansatz haben. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler, Schülergruppen oder ganze Klassen, die ein passendes Projekt initiieren und mit Hilfe der Stiftung umsetzen.

Anfang 2016 wurden erstmals die Preisträger aus sieben Bewerbungen ermittelt. Da oftmals viele spannende Projekte eingereicht werden, wurde der Preis in der Vergangenheit immer auf mehrere Projekte aufgeteilt.

Über die Preisvergabe entscheidet eine vierköpfige Jury:

  • Jürgen Kessing | Oberbürgermeister der Stadt Bietigheim-Bissingen
  • Traute Theurer | Vorsitzende des Dachverbands Natur Bietigheim-Bissingen e.V.
  • Bernhard Ritter | Geschäftsführender Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Bietigheim
  • Dr. Hartmut Brösamle | Vorstand der Stiftung für Soziale und Ökologische Zukunft

2017 ging der erste Peis u.a. an die Schillerschule in Bissingen. Für ihr Projekt „Planet Erde – fair und gerecht“ konnten die Schülerinnen und Schüler ein Preisgeld in Höhe von 750 € entgegennehmen. Im Rahmen des Projekts wurde eine große Bandbreite an Themen bearbeitet und Informationsmaterial erstellt – vom Klimawandel und seinen Folgen über die Herstellung von fairen Produkten (Kakao, Banane), den weltweiten Kinderrechten bis hin zu Rohstoffgewinnung und Müll (Plastik).

Im Jahr 2019 gewannen die Schüler der Klasse 10a der Bissinger Waldschule mit dem Projekt „Voll cool – das Alter“. Sie trafen sich jede Woche mit Bewohnern des Seniorenheims Haus Caspar und unternahmen mit den Senioren dabei einiges. Bei ihren Treffen mit den Bewohnern des Seniorenheims wurde gespielt, gebastelt, gebacken oder gesungen. Und ganz nebenbei lernten die Jugendlichen mögliche Berufe im Bereich der Altenpflege und -betreuung kennen.

Erfolgreich abgeschlossen

Sport verbindet – aus diesem Grund hat unsere Stiftung in den Jahren 2015 bis 2018 einmal jährlich Asylbewerber aus Bietigheim-Bissingen eingeladen – zum SÖZ-Willkommens-Fußballturnier, das gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl veranstaltet wurde. Durch das Turnier sollten die Teams in Kontakt kommen, Verständnis entstehen und Vorurteile abgebaut werden. Das erste Turnier im Jahr 2015 wurde durch Oberbürgermeister Jürgen Kessing eröffnet.

Im ersten Jahr nahmen zwei Teams der Flüchtlinge, eine Mannschaft aus Lehrern der Bietigheimer Schulen und ein Team der Stiftung teil. Im Jahr 2018 waren dann 10 Mannschaften gemeldet, davon 8 Mannschaften von Asylbewerbern.

Am Abend mündete das Turnier nach der Siegerehrung in ein gemeinsames Grillfest, bei dem alle Beteiligten typische Spezialitäten ihrer Heimat vorstellten.

Stiftung Soziale und Ökologische Zukunft_Pferdebücherei

Der Inselstaat Indonesien ist der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt. Das Leben der meisten Menschen ist einfach, über 27 Prozent leben in Armut. Für alle Kinder herrscht Schulpflicht, dadurch konnte die Analphabetenquote in den letzten Jahrzehnten auf fünf Prozent gesenkt werden. Lesen gehört zu den Pflichten der Schüler, aber nicht alle können sich ein Buch leisten.

Auf das Projekt „Pferdebücherei in Java“ sind wir durch Zufall aufmerksam geworden: Im Dezember 2015 zeigte die ARD in der Sendung Weltspiegel einen Bericht über Ridwan und seine Kudapustaka – eine „Pferdebücherei“ in Indonesien. In seiner Freizeit sattelt Ridwan das Pferd Luna mit einer speziellen Holzkonstruktion, die als offene Satteltasche dient. So kann das Pferd viele Bücher transportieren und zu den Menschen – vor allem den Kindern auf dem Land – bringen. Am Ende des Weltspiegel-Berichts verrät Ridwan seinen größten Wunsch: ein eigenes Pferd. Denn Luna ist nur ausgeliehen.

Mit Hilfe der Redaktion des Weltspiegels haben wir Anfang 2016 Kontakt zu Ridwan aufgenommen und gemeinsam überlegt, wie wir ihm diesen Wunsch erfüllen können. Im Februar erhält Ridwan die erste Nachricht der Stiftung. Ein reger Austausch per E-Mail beginnt, unterbrochen von kurzen Übersetzungspausen. Bereits Mitte Februar ist das passende Pferd gefunden und die Verhandlungen beginnen. Als sich alle Parteien einig sind, wird nicht nur ein einfacher Vertrag geschlossen, sondern ein beglaubigtes Angebot aufgesetzt.

Nachdem der Kaufpreis überwiesen wurde, ist es am 16. März dann soweit: Die vier Jahre alte Stute ist Ridwans Eigentum und darf nun viele Menschen mit Büchern glücklich machen. Als Dankeschön tauft Ridwan sie auf den Namen „Germanis“. Und der Weltspiegel berichtet erneut in einem kurzen Beitrag.

Im September 2016 finanzierten wir mit Spenden dann noch die Anschaffung neuer Bücher für die Pferdebücherei.

Wie die vielen Dankesmails und Fotos von Ridwan zeigen, finden die Kinder auf dem Land über Germanis den Zugang zu den Büchern. Lange Schlangen von Kindern stehen vor der Pferdebücherei und warten darauf, Bücher auszuleihen – und Germanis zu streicheln.

2018 und 2019 erreichten uns dann Nachrichten, dass Germanis Nachwuchs bekommen hat. Der Fortbestand der Pferdebücherei ist also gesichert.

Kudapustaka ist ein tolles Projekt, bei dem wir mit überschaubarem Aufwand viel bewegen konnten. Es lohnt sich, die beiden kurzen Berichte im Weltspiegel anzuschauen.

Sambia ist eines der ärmsten Länder der Welt und die Infrastruktur, insbesondere auf dem Land, ist praktisch nicht vorhanden. So ist insbesondere auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser eine große Herausforderung.

Ende 2010 schreibt „Die Zeit“ über die kleine kanadische Hilfsorganisation „Same World, Same Chance“ und deren Engagement in dem kleinen Dorf Kibombomene in Sambia. Unser Mitstreiter Paul Bade nimmt daraufhin Kontakt mit Marissa Izma auf und erkundigt sich, wie er sie unterstützen könne. Knapp drei Monate später reist er selbst nach Sambia. Im Gepäck hat er einen großen Wasserfilter und einige Solarlampen. Finanzielle Unterstützung für den Kauf erhält er von anderen Lesern desselben Zeitungsartikels.

Der Kontakt reißt auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland nicht mehr ab. Er trifft Marissa und die anderen kanadischen Unterstützer des Projekts 2011 noch einmal persönlich in Kanada.

2012 werden zwei Solaranlagen auf den Dächern der Schule installiert. Zum ersten Mal können dort nun elektrische Geräte betrieben werden.

Ein weiteres wichtiges Projekt im Dorf war aber zunächst nicht finanzierbar – der Bau eines neuen Brunnens.

Die bislang untersuchten Wasserproben, welche aus dem Dorfbrunnen und dem nahegelegenen Bach entnommen wurden, deuteten auf eine hochgefährliche Menge an E. coli-Bakterien hin. Die Dorfbewohner nutzten dieses Wasser immer noch für die Reinigung von Geschirr, Kleidung und Nahrung, um sich zu waschen und leider auch zum Trinken.

Es war daher dringend erforderlich, dass die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser so schnell wie möglich durch eine zuverlässige Quelle gewährleistet wird. Unsere Stiftung entschloss sich nach eingehender Prüfung, die Kosten für den Bau eines Trinkwasserbrunnens zu übernehmen.

Geleitet wurden die Arbeiten von einem lokalen Experten für Hydro-Geologie. Er wurde uns vom Direktor des KfW Büros in Sambia empfohlen und wurde auch in internationalen Publikationen zum Thema als Referenz genannt. Da er zeitgleich einen Großauftrag über 53 Bohrlöcher in derselben Region bearbeitete, welcher ihm durch UNICEF in einer Ausschreibung zugesprochen wurde, war es ihm möglich, das Projekt „schlüsselfertig“ zu relativ günstigen Konditionen durchzuführen.

Seit August 2013 ist der Brunnen nun in Betrieb und versorgt das Dorf mit sauberem Wasser.

Im Wohlstandsindikator der vereinten Nationen (Human Development Index) lag Sambia 2012 auf Platz 163 von 187. In diesem Binnenstaat südlich der Sahara ist die Armut vor allem in ländlichen Gebieten besonders groß. Über die Hälfte der Menschen muss mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Viele Kinder und stillende Mütter sind unterernährt. Zudem gehörte Sambia um die Jahrtausendwende zu den Ländern mit den höchsten HIV-Infektionsraten, was eine geringe durchschnittliche Lebenserwartung mit sich brachte. Dies hatte zur Folge, dass zu dieser Zeit etwa eine Million Kinder als Waisen aufwuchsen – also etwa jedes fünfte im Land.

Das Dorf Kibombomene liegt in einer besonders strukturschwachen Region von Sambia. Die nächste Klinik ist 25 km vom Dorf entfernt und die nächste weiterführende Schule ist außer Reichweite. Bildung ist ein unerreichbarer Luxus. Das wollten wir ändern und hatten uns zum Ziel gesetzt, den Kindern von Kibombomene einen besseren Zugang zu Schulbildung zu ermöglichen.

Hauptanliegen unserer damaligen kanadischen Partnerorganisation „Same World, Same Chance“ in diesem Projekt war es, zunächst für die Kinder in Kibombomene auf einer eigens hierfür erworbenen Fläche eine Schule mitsamt Unterkünften für Lehrer und Schüler zu errichten. Die Kanadierin und Mitgründerin der Organisation, Marissa Izma, lebte viele Jahre in Kibombomene und betreute das Projekt. Somit war eine professionelle und kritische Überwachung der Verwendung der Spendengelder sichergestellt.

Ein ehrenamtlich in der Stiftung engagierter Mitstreiter, Paul Bade, machte sich bereits 2011 selbst ein Bild der Lage vor Ort in Sambia und initiierte zunächst das erste Projekt in Kibombomene, den Bau eines Trinkwasserbrunnens (siehe Projekt Trinkwasserbrunnen Kibombomene).

Aufbauend auf diesem Erfolg finanzierte unsere Stiftung in den Folgejahren das Gehalt eines Lehrers dieser Schule und stellte somit den Grundbetrieb der ausschließlich auf Spendenbasis finanzierten Schule sicher. Da die zuvor private Schule im Jahr 2015 vom Staat übernommen wurde und dieser auch die Bezahlung der Lehrergehälter übernahm, war eine weitere Unterstützung nicht mehr notwendig. Somit konnte auch dieses Projekt erfolgreich beendet werden.