SWSC Brunnen

2013 – Der Brunnenbau

Stiftung Soziale und Ökologische Zukunft
Kibombomene (Sambia) | Status: Erfolgreich abgeschlossen

Das Dorf Kibombomene liegt in einer der besonders strukturschwachen Regionen von Sambia, einem Binnenstaat südlich der Sahara mit einer der ärmsten Bevölkerungen der Welt. Sauberes Wasser ist hier – wie in vielen Regionen Afrikas – ein wertvolles und knappes Gut. Im Jahr 2012 sind die offenen Wasserquellen in Kibombomene stark bakterienverseucht.

Trinkwasser muss von weit her geholt werden und ist damit für die meisten der Einwohner nicht erreichbar. Abhilfe kann ein 40 m tiefer Trinkwasserbrunnen schaffen.

Seit Ende 2013 ist der Brunnen fertiggestellt und liefert frisches Trinkwasser. Die Stiftung übernahm 100 Prozent der anfallenden Ausgaben für den Bau. Es fallen keine sonstigen Kosten an – weder in Deutschland noch in Sambia.

Im Wohlstandsindikator der vereinten Nationen (Human Development Index) liegt Sambia 2012 auf Platz 163 von 187. Das Hauptexportprodukt des Landes ist Kupfer, trotzdem ist es weitgehend von ausländischen Hilfszahlungen abhängig.

In ländlichen Gebieten ist die Armut besonders groß. Über die Hälfte der Menschen muss mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Viele Kinder und stillende Mütter sind unterernährt.

Zudem gehört Sambia zu den Ländern mit der höchsten HIV-Infektionsrate. Die Lebenserwartung liegt bei nicht einmal 40 Jahren. Dies hat zu Folge, dass derzeit etwa eine Million Kinder, also etwa jedes fünfte im Land, als Waisen aufwachsen.

Für die Bewohner des Dorf Kibombomene sind die genannten Punkte Alltag. Die nächste Klinik ist 25 km entfernt. Die offenen Wasserstellen bergen durch die vielen Bakterien ein hohes Gesundheitsrisiko. Für sauberes Trinkwasser müssen ausgesprochen weite Strecken zurückgelegt werden, somit ist es für die meisten der Einwohner unerreichbar und zugleich unbezahlbar. Das Abkochen des vorhandenen Wassers ist ebenfalls keine Alternative, da der zusätzliche Aufwand im Alltag nicht praktikabel ist, zudem müsste das Brennholz von Hand gesammelt werden und steht nur begrenzt zur Verfügung.

Projektablauf

Stiftung Soziale und Ökologische Zukunft
Schon beim ersten Kontakt mit der Partnerorganisation „Same World, Same Chance“ vor Ort wird klar, dass sauberes Trinkwasser ein wichtiges Thema ist (siehe Historie unten).

Schwere Durchfallerkrankungen sind bei Kindern und Erwachsenen in Dörfern wie Kibombomene an der Tagesordnung. Neben den negativen Folgen für die gesundheitliche Entwicklung, erschweren sie den Schülern einen regelmäßigen Besuch des Unterrichts.

Der Bau eines neuen Brunnens unter professioneller Leitung ist die einzige Möglichkeit, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser durch eine zuverlässige Quelle zu gewährleisten.

 

 

Stiftung Soziale und Ökologische ZukunftDie Maßnahmen im Detail:

  1. Den besten Standort für den Zugang zu sauberem Grundwasser ermittelt ein erfahrener Hydro-Geologe.
  2. Mit schwerem Bohrgerät wird 30 bis 60 Meter in den Boden gefräst, da nur Bohrungen mit dieser Tiefe das ganze Jahr den Zugang zum Grundwasser sicherstellen.
  3. Das Bohrloch wird dauerhaft mit Rohrleitungen und einer zuverlässigen Handpumpe abgesichert, um das Wasser zu heben.

Das KfW Büro in Sambia empfiehlt unserer Stiftung den lokalen Experten für Hydro-Geologie Jim Anscombe, der auch in der internationalen Publikation zum Thema als Referenz genannt wird. Paul Bade, Mitarbeiter der Stiftung und zuständig für die technische Planung, holt daraufhin ein Angebot von Jim Anscombe ein (Ansco Ground Water Ltd.).

 

Stiftung Soziale und Ökologische ZukunftHerr Anscombe arbeitet zur gleichen Zeit an einem Großauftrag über 53 Bohrlöcher in derselben Region, der ihm kurz zuvor durch UNICEF in einer Ausschreibung zugesprochen wurde. So ist es ihm möglich, das Projekt „schlüsselfertig“ zu relativ günstigen Konditionen anzubieten. Innerhalb kürzester Zeit steht die Entscheidung, diese Chance zu nutzen. Die zuvor gesammelten Spendengelder werden durch Eigenmittel der Stiftung aufgestockt.

Nach einem persönlichen Informationsgespräch in der Hauptstadt Lusaka Anfang April 2013 fahren Herr Anscombe und sein Team mit ihrer Ausrüstung bereits am 18. April in Richtung Nordwest-Provinz und führen am darauf folgenden Tag zwei geophysikalische Standortuntersuchungen durch. Das Ergebnis ist vielversprechend, die Chancen für ein ertragreiches Bohrloch werden hoch eingeschätzt.

Herr Anscombe übernimmt zudem die Ausschreibung der eigentlichen Bohrarbeiten. Nach Angebotsvergleich und Rücksprache mit der Stiftung wird der Auftrag im Juni vergeben. Bereits im August trifft das Bohrteam auf dem Schulgelände ein und meldet bereits am 27. August 2013 die Fertigstellung eines 40 Meter tiefen Brunnens und der zugehörigen Handpumpe.

Der Projektfortschritt bis zur Inbetriebnahme wird durch die Mitarbeiter der Stiftung in Deutschland eng verfolgt. Die Arbeiten werden in zwei Berichten zur Standortfindung und über die eigentlichen Bohrarbeiten sorgfältig dokumentiert. Außer den reinen Baukosten entstehen keine sonstigen Kosten.

Die Stiftung übernimmt 2013 für dieses Projekt 100 % der Kosten in einer Gesamthöhe von etwa 6.700 €.

Unser Projektpartner

Hauptanliegen der kanadischen Organisation „Same World, Same Chance“ ist es, den Kindern in Kibombomene kostenlose Bildung bereitzustellen. Angedacht sind außerdem eine Krankenstation und Kindertagesstätten. Aufklärungsmaßnahmen zu Gesundheit und Hygiene, Förderung der landwirtschaftlichen und handwerklichen Wertschöpfung laufen an, so wird die soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit des Projekts gewährleistet und als Grundpfeiler der Organisation etabliert.

Die Kanadierin und Mitgründerin der Organisation, Marissa Izma, lebt in Kibombomene und betreut das Projekt und insbesondere den Aufbau der Schule vor Ort. Ihre Freundin Kim Hurley unterstützt sie von Kanada aus, baut die Organisation weiter aus und sammelt Spendengelder.
Weitere Informationen: http://www.sameworldsamechance.org

Historie

Ende 2010 schreibt „Die Zeit“ über „Same World, Same Chance“. Paul Bade nimmt daraufhin Kontakt mit Marissa Izma auf und erkundigt sich, wie er sie unterstützen könne. Knapp drei Monate später reist er selbst nach Sambia. Im Gepäck hat er einen großen Wasserfilter und einige Solarlampen. Finanzielle Unterstützung für den Kauf erhält er von anderen Lesern des selben Zeitungsartikels.

Der Kontakt reißt auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland nicht mehr ab. Er trifft Marissa und die anderen kanadischen Unterstützer des Projekts später 2011 noch einmal persönlich in Kanada.

2012 werden zwei Solaranlagen auf den Dächern der Schule installiert. Zum ersten Mal können dort nun elektrische Geräte betrieben werden.

Durch den Brunnenbau haben wir erlebt, wie schnell und unmittelbar unsere Spenden den Menschen in Kibombomene helfen.

Aktuelles Projekt: 2014 – Das Bildungsprojekt